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„Da kam etwas ins Rollen!“

Mit dem gewählten Motto des Sportfestes haben sich die Partner für die Premiere ja bereits sehr viel vorgenommen. War die Messlatte in der richtigen Höhe?

WB: Dass unser Sportfest mit einer so enormen Resonanz aufgenommen werden würde, hatten wir im Vorfeld in dieser Größenordnung nicht erwartet. Es war unter dem Strich ein absolut rundes und gelungenes Fest, das uns vor allem unserem Hauptanliegen ein großes Stück näher gebracht hat, nämlich die Begegnung von Groß und Klein, Jung und Alt, Menschen mit und ohne Behinderung.

Wie viele Gäste kamen nach Königsdorf?

AN: Es waren über den gesamten Tag rund 3.000 Menschen, darunter über 1.000 Aktive. 150 von ihnen haben ihr Sportabzeichen gemacht. Das ist einfach eine sehr beeindruckende Zahl, die zeigt, dass Menschen sich bewegen lassen, wenn die Rahmenbedingungen und die Inhalte attraktiv sind.

Was hat das Fest geboten?

AN: Neben dem Sportabzeichen am Vormittag gab es über den ganzen Tag hinweg vielfältige Mitmachaktionen und Sportarten zum Ausprobieren; darunter Tennis auch für Menschen im Rollstuhl, Rollstuhlbasketball, Volleyball oder Handball.

WB: Ein echtes Highlight besonders für die Kinder und Jugendlichen war der Skaterparcours. Mit Björn Patrick Meyer war einer der besten internationalen Rollstuhlskater bei uns und hat sein Können auf der Anlage gezeigt. Seine Sportart hat nicht nur Kinder im Rollstuhl magisch angezogen. Fast alle unsere jungen Besucher*innen haben eine Runde auf dem Parcours und im Gelände mit dem Rollstuhl absolviert.   

Was bot der Rollstuhlbasketball?

AN: Die Oberligaspieler des TuS Königsdorf saßen beim Showmatch gegen die Spieler des RBC Köln 99ners – der Verein spielt in der 1. Rollstuhlbundesliga - zum ersten Mal im Rollstuhl. Zusammen hatten beide Teams riesigen Spaß. Der Rollstuhl war schon nach wenigen Minuten kein reines Fortbewegungsmittel mehr, sondern ein attraktives Sportgerät.

Mit Marcel Wienands und Jan Haupt hatte der Event zwei Sportbotschafter von der Deutschen Sporthochschule Köln, die aufgrund ihres eigenen Handicaps eine besondere Vorbildrolle einnahmen.  

WB: Unsere beiden Botschafter haben selber das Sportabzeichen gemacht und gezeigt, dass man ein Handicap gerade im Sport sehr gut ausgleichen kann, wenn die Bereitschaft und die Rahmenbedingungen vorhanden sind. Marcel ist vor vier Jahren erblindet, gleichwohl aber ein erstklassiger Leichtathlet. Beim Weitsprung maß er vom Sprungbrett aus seine Schritte zurück bis zum Start und traf bei seinem folgenden Anlauf schließlich auf den Punkt genau die Absprungstelle. Mit über vier Meter Weite war er gleich auch noch Tagessieger. Jan Haupt hat seit seiner Geburt eine halbseitige Lähmung und hat über den Sport von Kindesbeinen an gelernt, sein Gleichgewicht und seine Koordination nahezu perfekt zu kontrollieren. Es hat wirklich kaum jemand gemerkt, dass die beiden Sportstudenten überhaupt eine Beeinträchtigung haben.

Wie geht es mit der Idee dieses Sportevents weiter?

AN: Bei diesem Sportfest ist richtig etwas ins Rollen gekommen. Der Sportverein und die Stiftung sammeln jetzt aber erst einmal die vielen Eindrücke auch der über 150 Helferinnen und Helfer sowie die Rückmeldungen der Gäste. Wir nehmen mit, dass wir gerade über die Begegnung im Sport Brücken von Mensch zu Mensch viel leichter bauen können. Gerade Kinder mit und ohne Behinderung zeigen beim gemeinsamen Sporttreiben so gut wie keine Berührungsängste. Man zieht einfach an einem Strang und probiert die Dinge zusammen aus. Die vielen strahlenden Gesichter sprechen hier eine klare Sprache.

WB: Frechens Bürgermeisterin Susanne Stupp war dieses Jahr unsere Schirmherrin. Sie ist beim Thema Inklusion sehr engagiert und hat dazu ermutigt, die eingeschlagenen Wege gemeinsam weiter voran zu bringen. Wir werden natürlich auch auf die Stadt Frechen und weitere Vereine und Einrichtungen zugehen, um unsere guten Erfahrungen auszutauschen. Für die Zukunft denken wir auch an Fortbildungsmaßnahmen und Workshops für Trainer*innen und Übungsleiter*innen. Wir wollen, dass sich der gemeinsame Sport in Zukunft im Alltag der Vereine noch stärker widerspiegelt.

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